Überstunden

Überstunden liegen vor, wenn die vom einzelnen Arbeitnehmer arbeits- oder tarifvertraglich geschuldete Arbeitszeit überschritten wird.

Abzugrenzen sind Überstunden von Mehrarbeit. Dieser Begriff bezeichnet die Überschreitung der Obergrenzen der Arbeitszeit, welche durch Tarifvertrag oder Arbeitszeitgesetz (8 Stunden täglich, kann unter Umständen auf 10 Stunden verlängert werden, § 3 ArbZG) verbindlich festgelegt werden.

Da oft weniger als die gesetzlich höchstzulässige Arbeitszeit geschuldet wird, können Überstunden vorliegen, die nicht der Mehrarbeit unterfallen.

Im Allgemeinen ist der Arbeitnehmer nicht dazu verpflichtet Überstunden zu leisten. Etwas anderes kann sich jedoch in (seltenen) betrieblichen Notsituationen, durch Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung ergeben.

In der Regel müssen Überstunden vergütet werden. Fehlt eine dahingehende Regelung im Arbeits- oder Tarifvertrag, ergibt sich dies aus § 612 Abs. 1 BGB. Diese Vorschrift besagt, dass eine Vergütung als stillschweigend vereinbart gilt, wenn die Dienstleistung nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.

Lediglich bei in Führungspositionen Beschäftigten sieht der Arbeitsvertrag häufig vor, dass geleistete Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind.

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