FAQ Probezeit – Definition, Kündigung in der Probezeit

Was ist unter Probezeit zu verstehen?

Oft wird zu Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses eine Probezeit vertraglich vereinbart. Eine gesetzliche Regelung, die dies vorschreibt, besteht nicht. Die Probezeit dient der Erprobung der Leistungsfähigkeit des Arbeitnehmers, aber auch dem gegenseitigen Kennenlernen.

Zur Vereinbarung eines Probezeit gibt es zwei Möglichkeiten.

– Der Normalfall ist, dass dem Arbeitsverhältnis eine Probezeit vorgeschaltet wird. Nach Ablauf dieser Probezeit, die oft sechs Monate beträgt, gilt der Arbeitsvertrag unbefristet fort.

– Ein befristeter Probearbeitsvertrag ist für den Arbeitnehmer die ungünstigere Option. Hier endet das Arbeitsverhältnis automatisch nach Ablauf der Probezeit, die Erprobung des Arbeitsverhältnis ist dessen Befristungsgrund.

Schließlich kann auch ein sogenanntes Einfühlungsverhältnis vereinbart werden. Dieses Arbeitsverhältnis dauert üblicherweise nur wenige Tage an und soll Arbeitnehmer und -geber ermöglichen die Voraussetzungen für eine potentielle Anstellung zu klären. Eine Vergütung erfolgt dabei nicht.

* * *

Welche Besonderheiten gelten für Kündigungen in der Probezeit?

Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden (§ 622 Abs. 3 BGB). Dies gilt sowohl für Kündigungen durch den Arbeitgeber, als auch durch solche durch den Arbeitnehmer.

Eine Abweichung von dieser Frist ist durch Tarif- oder Arbeitsvertrag möglich.

Abweichend von einer Kündigung außerhalb der Probezeit kann dabei das Arbeitsverhältnis nicht nur zum 15. des Monats oder zum Monatsende, sondern zu jedem Termin beendet werden.

* * *

Wie lange darf die Probezeit dauern?

Eine gesetzliche Regelung der maximalen Länge der Probezeit existiert nicht. Jedoch kann ein Probearbeitsverhältnis nur in den ersten sechs Monaten mit einer zweiwöchigen Frist gekündigt werden (§ 622 Abs. 3 BGB).

Zu beachten ist, dass der Arbeitnehmer darüber hinaus in Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitern nach sechs Monaten automatisch dem Schutz des Kündigungsschutzgesetzes unterfällt. Dadurch sind die gesetzlichen Kündigungsfristen anwendbar, auch muss dann ein vernünftiger Kündigungsgrund angeführt werden, der nicht in der Probezeit als solcher liegen kann.

Die Vereinbarung einer Probezeit von mehr als sechs Monaten ist daher nicht sinnvoll.

Lesen Sie hier FAQ Probezeit – Teil 2