FAQ Mobbing – Definition, Maßnahmen

Was versteht man unter Mobbing?

Der Begriff „Mobbing“ ist weder eindeutig definiert, noch gesetzlich geregelt.

Einen Definitionsversuch unternahm das Landesarbeitsgericht Thüringen, welches unter Mobbing fortgesetzte Anfeindungen, Schikanen und Diskriminierungen versteht, die das Persönlichkeitsrecht sowie Ehre und Gesundheit des Betroffenen verletzen.

Die gängigen Definitionen stimmen jedenfalls in folgenden Punkten überein:

– Es muss zu Anfeindungen und Diskriminierungen kommen
– Der Betroffene befindet sich in einer unterlegenen Position
– Die feindseligen Handlungen erfolgen systematisch und über einen längeren Zeitraum

Typisch für Mobbing am Arbeitsplatz sind Ausgrenzung, Verbreitung von Gerüchten und die Zuweisung sinnloser oder nicht zu bewältigender Aufgaben. Auch sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kann Mobbing sein.

Ein lediglich raues Betriebsklima oder wiederholte, auch überzogene Kritik beispielsweise an der Arbeitsleistung erfüllen diese Voraussetzungen nicht.

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Welche Maßnahmen können gegen Mobbing ergriffen werden?

Während strafbaren Handlungen wie Beleidigung und sexueller Belästigung per Strafanzeige begegnet werden kann und sollte, ist es schwieriger gegen Mobbing vorzugehen, wenn sich dieses unter der Schwelle der Strafbarkeit bewegt.

Arbeitskollegen haben untereinander keinen rechtlichen Anspruch auf Rücksichtnahme. Im Falle von strafrechtlich nicht relevantem Mobbing kann im Verhältnis zu den Kollegen lediglich versucht werden, den Konflikt durch ein klärendes Gespräch zu lösen. Dies dürfte allerdings nur in seltenen Fällen von Erfolg gekrönt sein.

Empfehlenswert ist es für den Arbeitnehmer, sich direkt an den Arbeitgeber zu wenden. Dieser hat gegenüber seinen Arbeitnehmern Schutz- und Fürsorgepflichten.

Schon Gespräche zwischen Mobbingopfer, denen für das Mobbing Verantwortlichen und dem Vorgesetzten sind aussichtsreicher als solche nur zwischen Kollegen.

Aus den Schutzpflichten des Arbeitgebers kann sich ein Anspruch des Arbeitnehmers auf Abmahnung oder Versetzung von Kollegen ableiten, wenn diesen diskriminierendes Verhalten zur Last gelegt werden kann. Dem Arbeitnehmer steht ein Recht auf Beschwerde bei Arbeitgeber und Betriebsrat zu, wenn er sich benachteiligt oder ungerecht behandelt fühlt (§§ 84, 85 Betriebsverfassungsgesetz).

Falls der Arbeitgeber von den Schikanen weiß und nichts dagegen unternimmt, steht dem Arbeitnehmer das Recht zu, seine Arbeit zu verweigern (§ 273 BGB). Dabei sollte der Arbeitgeber aber unbedingt über die Gründe für diese Verweigerung in Kenntnis gesetzt werden.

Ist die Situation am Arbeitsplatz unerträglich und der Arbeitnehmer schafft dem trotz Kenntnis keine Abhilfe, stellt dies einen wichtigen Grund dar, der es dem Arbeitnehmer erlaubt, fristlos zu kündigen (§ 626 Abs. 1 BGB).

Lesen Sie hier FAQ Mobbing – Teil 2