FAQ Jobverlust

Wie sollte sich bei einem Jobverlust dem Arbeitgeber gegenüber verhalten werden?

Oft zeichnet sich eine bevorstehende Kündigung schon frühzeitig ab. Der Arbeitnehmer wird seltener zu Rate gezogen als zuvor, Kollegen gehen auf Abstand.

Solche Warnzeichen sollten nicht ignoriert werden. Ein Gespräch mit dem Arbeitgeber kann Klarheit schaffen. Auch wenn dies nicht der Fall ist, ist empfehlenswert, sich auf dem Arbeitsmarkt umzusehen und die Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand zu bringen.

Kommt es tatsächlich zur Kündigung bedeutet dies für die meisten Arbeitnehmer zunächst dennoch einen großen Schock.

Gerade in einer solchen Belastungssituation gilt es jedoch, ruhig zu bleiben und überlegt zu handeln, um den Schaden zu minimieren.

Dringend abzuraten ist vor übermäßigen Gefühlsausbrüchen am Arbeitsplatz. Auch Diskussionen sind selten erfolgreich: Die Entscheidung ist bereits getroffen. Getreu dem Motto „Man sieht sich immer zweimal im Leben“ sollte ein Gesichtsverlust vermieden werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass mögliche zukünftige Arbeitgeber von einem dramatischen Abgang erfahren, ist nicht zu vernachlässigen.

Von noch größerer Wichtigkeit ist es, nichts übereilt zu unterschreiben. Ein unterschriebener Aufhebungsvertrag entzieht einer Anfechtung der Kündigung jede rechtliche Grundlage. Darüber hinaus kommt es bei der Unterzeichnung einer solchen Vereinbarung zu Sperrfristen beim Arbeitslosengeld.

Auch vom Verraten von Betriebsgeheimnissen sollte abgesehen werden. Verschwiegenheitspflichten bestehen auch nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses fort. Rächt sich ein Arbeitnehmer auf diese Weise für eine Kündigung, kann er sich schadensersatzpflichtig und sogar strafbar machen.

* * *

Wie geht es nach dem Jobverlust weiter?

Im Falle einer Kündigung hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, innerhalb von drei Wochen eine Kündigungsschutzklage zu erheben und dadurch die Unwirksamkeit der Kündigung geltend zu machen.

Da jedoch auch im Falle einer erfolgreichen Kündigungsschutzklage selten die Weiterbeschäftigung im alten Betrieb erfolgt, sollte der Arbeitnehmer sich unmittelbar nach der Kündigung bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden. Dies kann auch online oder telefonisch geschehen. Wird dies versäumt, drohen Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld.

Empfehlenswert ist es, die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes mit den eigenen Qualifikationen abzugleichen. Insbesondere im Falle einer längerer Beschäftigung beim vorherigen Arbeitgeber kann es erforderlich sein, das Fachwissen durch Weiterbildungen auf den neuesten Stand zu bringen um die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung zu erhöhen.

* * *

Wann besteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Jeder Arbeitnehmer, der in den letzten zwei Jahren mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt war, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Dieses Beträgt 60 Prozent des letzten Nettogehalts. Arbeitslose mit Kindern erhalten 67 Prozent.

Die Bezugsdauer beträgt für unter 50-jährige 12 Monate. Ältere Personen können bis zu 24 Monate lang Arbeitslosengeld I erhalten.

Das Arbeitslosengeld I stellt anders als das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) eine Versicherungsleistung und keine staatliche Unterstützung für Bedürftige dar. Daher wird vorhandenes Vermögen nicht auf den Anspruch angerechnet.

Einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben Personen, deren Einkommen nicht für die Deckung des alltäglichen Bedarfs ausreicht. Dies kann bei einem geringen vorausgegangenen Nettoeinkommen auch bereits dann der Fall sein, wenn noch Arbeitslosengeld I bezogen wird.

zurück zur FAQ Arbeitsrecht