FAQ Gehalt und Lohn – Definition, Voraussetzungen Gehaltserhöhung

Definition Gehalt und Lohn

Zunächst muss man den Werkvertrag (§ 631 ff. BGB) und den Dienstvertrag (§ 611 ff. BGB) unterscheiden. Während beim Werkvertrag die Herstellung eines Werkes geschuldet wird (also der Erfolg einer Arbeit), hat der Dienstvertrag den Arbeitseinsatz als solches zum Inhalt. Ein Arbeitsvertrag ist daher ein Dienstvertrag.

Für die von ihm erbrachte Arbeitsleistung hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Vergütung.

Die Unterscheidung zwischen den Bezeichnungen „Gehalt“ für Angestellte und „Lohn“ für Arbeiter ist dabei rechtlich belanglos. Art und Höhe der Vergütung werden im Regelfall im Arbeitsvertrag festgeschrieben.

Die Höhe der Vergütung ist prinzipiell zwischen Arbeitgeber und -nehmer frei verhandelbar. Eine Beschränkung findet die Vertragsfreiheit dort, wo mit dem Arbeitnehmer ein unangemessen niedriges Entgelt vereinbart wird.

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Unter welchen Voraussetzungen kann eine Gehaltserhöhung gefordert werden?

Der Arbeitnehmer hat grundsätzlich keinen gesetzlichen und zumeist keinen vertraglichen Anspruch auf eine Gehaltserhöhung.

Zu beachten ist, dass Verschwiegenheitsklauseln, welche Arbeitnehmern das innerbetriebliche Gespräch über ihr Gehalt verbieten, unwirksam sind, da so Verstöße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz im Rahmen der Lohngestaltung nicht geltend gemacht werden können.

Dennoch ergibt sich aus diesem Grundsatz der arbeitsrechtlichen Gleichbehandlung nur in Ausnahmefällen ein rechtlicher Anspruch auf eine Gehaltserhöhung. Will der Arbeitgeber allen Arbeitnehmern im Betrieb eine solche gewähren, darf er Einzelne davon nicht ohne sachlichen Grund ausschließen.

Ansonsten gilt: Auch für gleiche Arbeit darf unterschiedliches Gehalt gezahlt werden. Fühlt sich der Arbeitnehmer nicht genügend entlohnt, ist er auf die Kulanz des Arbeitnehmers angewiesen.

Bei Gehaltsverhandlungen sollte beachtet werden, diese nicht zu kurz aufeinander folgen zu lassen; die Abstände zwischen den Gesprächen sollten mindestens ein Jahr betragen.

Auch bei der geforderten Höhe der Vergütung sollte Maß gehalten werden. So wird eine Erhöhung von 10% bei gleichbleibender Position vielfach für überzogen erachtet.

Ratsam kann es sein, statt einer Gehaltserhöhung geldwerte Sachbezüge wie einen Dienstwagen, aber auch Tankgutscheine, Mobiltelefone o.ä. vorzuschlagen, da diese den Arbeitgeber steuerlich entlasten und somit für ihn deutlich attraktiver sind.

Lesen Sie hier FAQ Gehalt und Lohn – Teil 2