FAQ Arbeitsunfall

Wann liegt ein Arbeitsunfall vor?

Der Begriff des Unfalls ist gesetzlich definiert als ein zeitlich begrenztes, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, das zu einem Gesundheitsschaden oder Tod führt, § 8 Abs. 1 SGB VII.

Ein versicherter Arbeitsunfall oder Betriebsunfall liegt nur dann vor, wenn der Unfall bei der Arbeit oder auf dem direkten Weg von oder zur Arbeit passiert (sog. Wegeunfall).

Der Versicherungsschutz erstreckt sich darüber hinaus auch auf Betriebsausflüge, -feiern und ähnliches sowie Fahrgemeinschaften für die Arbeitswege.

Kommt es zu einem Arbeitsunfall, hat der Arbeitnehmer Ansprüche gegen seine Berufsgenossenschaft, welche Träger der gesetzlichen Unfallversicherung ist.

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Was sollte nach einem Arbeitsunfall unternommen werden?

Wichtig ist es, nach einem Arbeitsunfall einen Durchgangsarzt aufzusuchen. Dieser meldet den Unfall der jeweiligen Berufsgenossenschaft und entscheidet über die weitere Behandlung.

Spätestens am dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit muss dem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt werden. Von dieser Regelung kann im Arbeitsvertrag abgewichen werden; einige Arbeitgeber verlangen den Nachweis schon früher.

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Wann haftet die Unfallversicherung, wann der Arbeitgeber?

Passiert ein Arbeitsunfall, haftet grundsätzlich die gesetzliche Unfallversicherung durch die Berufsgenossenschaft.

Im Gegenzug dafür, dass der Arbeitgeber die Versicherungsbeiträge seiner Mitarbeiter zahlt, haftet er nur ausnahmsweise selbst bei Arbeitsunfällen.

Diese Regelung bezweckt neben der Vermeidung einer Doppelbelastung des Arbeitgebers auch die Verbesserung des Betriebsklimas, da so Streitigkeiten über Unfallfolgen nicht in den Betrieb getragen werden.

Dieses sogenannte Haftungsprivileg entfällt nur bei vorsätzlicher Herbeiführung des Versicherungsfalls durch den Arbeitgeber sowie bei vom Arbeitgeber verursachten Wegeunfällen, § 104 SGB VII. Letztere Ausnahme erklärt sich damit, dass Arbeitnehmer, die sich in den Straßenverkehr begeben und sich somit wie alle Verkehrsteilnehmer Gefahren aussetzen, nicht auf Haftungsansprüche der gesetzlichen Unfallversicherung beschränkt sein sollen.

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Welche Ansprüche hat der Arbeitnehmer nach einem Arbeitsunfall gegen die Unfallversicherung?

Nach einem Arbeitsunfall hat der Arbeitnehmer Ansprüche auf umfassende medizinische Versorgung gegen die Unfallversicherung. Das Leistungsspektrum ist dabei breiter als das der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherungen.

Umfasst sind neben ambulanter oder stationärer Facharztbehandlung auch die Versorgung mit Arzneimitteln sowie die Ausstattung mit notwendigen orthopädischen oder anderen Hilfsmitteln und Prothesen.

Darüber hinaus bestehen bei Bedarf Ansprüche auf Sport- und Therapieangebote, betriebliche Eingliederungshilfe, sowie Hilfe bei der Umschulung.

Auch die behindertengerechte Umrüstung des Arbeitsplatzes und der eigenen Wohnung sowie die Einstellung einer Pflegekraft werden im Bedarfsfall von der Unfallversicherung getragen.

Schließlich hat der verletzte Arbeitnehmer auch Ansprüche auf Verletztengeld für den Zeitraum, in dem er unfallbedingt seinen Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten kann.

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