FAQ Arbeitsunfähigkeit

Wann liegt Arbeitsunfähigkeit vor?

Ein Arbeitnehmer ist arbeitsunfähig, wenn er die zuletzt ausgeübte Tätigkeit krankheitsbedingt nicht mehr ausführen kann.

Liegt eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit vor, spricht man von Berufsunfähigkeit.

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Was sind die Voraussetzungen für die Entgeltfortzahlung?

Eine wichtige Absicherung gegen krankheitsbedingten Verdienstausfall bietet das Entgeltfortzahlungesetz (EntgFG).

Die Voraussetzungen für die Entgeltfortzahlung sind in § 3 des Gesetzes geregelt.

Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung entsteht nur bei unverschuldeter Krankheit und ausschließlich dann, wenn der Arbeitnehmer seit mindestens vier Wochen in dem Betrieb beschäftigt ist.

Der Arbeitnehmer ist über die Arbeitsunfähigkeit unverzüglich in Kenntnis zu setzen. Dauert die Krankheit länger als drei Tage an, muss eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden.

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In welchem Umfang erfolgt die Entgeltfortzahlung?

Die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber erfolgt für höchstens sechs Wochen. Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, hat er Anspruch auf weitere sechs Wochen Entgeltfortzahlung, wenn er zuvor mindestens sechs Monate nicht aufgrund dieser Krankheit arbeitsunfähig war oder seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit ein Zeitraum von zwölf Monaten liegt, § 3 EntgFG.

Der Arbeitnehmer soll durch die Krankheit weder besser noch schlechter gestellt werden. Die Entgeltfortzahlung entspricht daher in ihrer Höhe dem sonst gezahlten Gehalt.

Ist der Arbeitnehmer für einen längeren Zeitraum als sechs Wochen arbeitsunfähig erkrankt, hat er für 78 Wochen Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse. Die Höhe des Krankengeldes richtet sich nach dem regelmäßigen Einkommen und beträgt 70 % des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 % des Nettoverdienstes (§ 47 SGB V).

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Wie muss sich während der Arbeitsunfähigkeit verhalten werden?

Der Arbeitnehmer muss sich während seiner Arbeitsunfähigkeit so verhalten, dass seine Genesung nicht gefährdet wird.

Was erlaubt ist und was nicht richtet sich dabei nach der Krankheit. Maßgeblich sind die Anordnungen des Arztes. So sind beispielsweise Restaurant- oder Kinobesuche mit einem gebrochenen Arm nicht verboten, sollten aber mit einer schweren Grippe unterlassen werden.

Die Pflicht zur Entgeltfortzahlung besteht nur für die Dauer, die für die Genesung bei pflichtgemäßem Verhalten erforderlich gewesen wäre. Verzögert der Arbeitnehmer also seine Genesung, verliert er seine Ansprüche. Wer eine Krankschreibung einreicht, ohne tatsächlich krank zu sein, riskiert er seine Kündigung.

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