Arbeitnehmer müssen strittigen Anweisungen des Arbeitgebers nicht mehr Folge leisten

Bisher mussten Arbeitnehmer strittige Anweisungen ihres Arbeitgebers zunächst befolgen und konnten nur im Nachhinein Klage einreichen. Standardfälle waren hier z.B. Vorschriften bezogen auf die Kleiderordnung am Arbeitsplatz oder auf Sonn- und Feiertagsarbeitszeiten. Dies könnte sich nun durch eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (Az. 10 AZR 330/16) geändert.

Im vorliegenden Fall weigerte sich ein Arbeitnehmer einer ihm vorgeschriebenen Verlagerung der Arbeitsstelle zuzustimmen, da er nicht Umziehen wollte. Das Bundesarbeitsgericht entschied, dass das Risiko der Unbilligkeit nicht beim Arbeitnehmer liegen darf, sondern beim Arbeitgeber liegen muss. Dies bedeutet im Ergebnis eine Beweislastumkehr – der Arbeitgeber wird dazu gezwungen zu beweisen, dass seine Anweisung rechtmäßig zu befolgen ist.

 
Kündigung